Mittwoch, 24. Juli 2013
Yangtze, der Drei-Schluchten-Staudamm und eine Schifffahrt.

Ui, jetzt habe ich aber schon lange nichts mehr geschrieben. Wir sind die letzten 5 Tage mit einem Schiff auf dem Yangtze von Yichang nach Chongqing gereist. Es war toll, immerhin war es ein 5-Sterne Schiff. Natürlich waren wir die einzigen westlichen Touristen auf dem Schiff und werden kräftig von unseren Mitreisenden bestaunt. Vicky, unser Tour Guide, war sehr bemüht uns immer alles auf Englisch zu übersetzen. Das klappte manchmal gut und manchmal eben nicht. 😄

Am ersten Abend haben wir eigentlich nur eingecheckt und uns das Schiff angeschaut. Dieses ist nicht so groß wie die anderen, aber es hat ein Sonnendeck, ein Aussichtsdeck, zwei kleinere Geschäfte, zwei Bars, einen Showroom und natürlich das Restaurant. Wir haben Vollpension, d.h. Frühstück, Mittag und Abendessen werden serviert. Natürlich gibt es dabei wieder eine Ordnung zu beachten. Die Sitzplätze werden nach einem Plan eingeteilt. Wir hatten uns schon gefragt, ob wir einzeln an einen Tisch platziert werden oder zu anderen Chinesen. Das Frühstück des ersten Tages offenbarte, dass wir mit einer Familie - Vater, Mutter, Tante, Oma und Sohn - sowie einem anderen Pärchen - oder es sind Vater und Tochter, da sind wir uns nicht sicher - an einem großen runden Tisch sitzen. Extra für uns wurden unsere Plätze zusätzlich mit Messer und Gabel eingedeckt. Marcus freut sich riesig... ☺
Nun ja, was soll ich weiter dazu sagen? Ist halt Essen, wie es in China üblich ist. Es wird geschmatzt, geredet, das Essen geteilt und Gräten, Knochen und andere Abfälle direkt auf den Tisch gespuckt. Also alles ganz normal... 😳

Unsere Essensgesellschaft...

Entgegen dem typischen Chinesen verfügt diese Familie über einen gewissen Körperumfang, der besonders bei Vater und Sohn stark ausgeprägt ist. Daher war es nicht verwunderlich, dass der Bub am ersten Abend so viel Nachtisch in sich hinein gestopft hatte, dass am Ende für uns nichts mehr übrig blieb. Daher wurde es von uns nur noch liebevoll "dickes chinesisches Kind" genannt.

Morgens war der Himmel noch leicht bedeckt.

Xiling-Schlucht, die erste von dreien.

Die Tage verliefen eigentlich recht ähnlich. Es gab einen Ausflug, Frühstück, Mittag und Abendessen und abends noch eine Show, die von der Crew organisiert wurde. Am ersten Tag ging es mit dem Schiff durch den Drei-Schluchten-Staudamm und nachmittags konnten wir uns diesen auch noch mal anschauen.

Drei-Schluchten-Staudamm, die Schiffsschleuse. Links geht es runter und rechts geht es hoch.

Hier wird das Wasser gestaut.


Der Staudamm besteht eigentlich ausschließlich aus Beton, habt die Schiffe um ca. 100m an und hat eine Breite von ca. 3km. Um die 100m angehoben zu werden müssen die Schiffe 5 Schleusen durchlaufen. Da dauerte etwa 2-3 Stunden. Als wir dann zur Besichtigung des Dammes aufbrachen staunte ich nicht schlecht. Da stand doch am Anleger der Jörg vor mir. Mitten in China... 😳

Der Jörg und ich, mitten in China...

Jörg ist ein ehemaliger Kollege aus der Uni, hier in China auf einer Konferenz und hat im Rahmen dieser auch eine Schifffahrt auf dem Yangtze gemacht. Sehr lustig. Zum Beweis haben wir natürlich gleich noch ein 📷 gemacht.

Nun ja, wieder zurück auf dem Schiff ging es dann weiter Flussaufwärts durch die Schluchten. Am nächsten Morgen ging es dann mit kleinen Booten in einen Seitenarm, in welchem vor dem Bau des Staudamms nur ein kleines Bächlein geflossen ist und jetzt zu Hoch-Zeiten das Wasser ca. 20 Meter hoch steht. Auf den Bilder kann man sehr gut sehen, wie hoch das Wasser im Winter steigt.
Das ist schon Wahnsinn, in welchem Ausmaß hier das Wasser gestaut wird.

Bei den Ausflügen wurden wir immer verschiedenen Gruppen zugeteilt. Klar waren wir auch manchmal mit der Familie des "kleinen, dicken, chinesischen Kind" unterwegs. Das rief bei uns immer eine große Belustigung hervor, aber das kann man besser erzählen als beschreiben.

Mein neuer Freund und ich. 😜

Im Allgemeinen sind die Chinesen schon ein lustiges Völkchen. Egal ob es regnet oder ob die Sonne scheint, zumindest die Frauen rennen immer mit Schirm rum. Damit die nicht zu braun werden, denn jeder Chinese strebt danach eine weiße Haut zu haben. Zusätzlich zum Schirm tragen alle lange Oberteile oder ziehen lange Handschuhe oder Armstutzen an. Hier ist ein Vorzeigeexemplar einer chinesischen Touristin.

Mist, das Foto sollte eigentlich gedreht sein.

Aufgrund der heftigen Regenfälle, ihr habt bestimmt davon gehört, es wurde ja auch in den Nachrichten darüber berichtet, führt der Yangtze im Moment sehr viel Wasser. Für uns bedeutete das, dass unser letzter Stopp in Chongqing leider nicht angefahren werden konnte, also mussten wir mit dem Bus in die Stadt fahren. Das wäre an sich ja nicht so schlimm, hätten wir dafür nicht um halb fünf schon zum Frühstück und dann um fünf zum Bus gemusst... Gähn!

Es hat sich gelohnt etwas tiefer in die Tasche zu greifen und auf einem Luxus-Cruiser über den Yangtze zu fahren. Hier kommen einfach noch ein paar Eindrücke.


In der Nacht ist alles erleuchtet. Sieht doch fantastisch aus, mit den Spiegelungen...

Morgen geht es weiter... Wir sind jetzt nämlich in Guilin, einer der schönsten Städte in China. Und das stimmt. Endlich mal keine Hochhäuser und Mega-Baustellen und um uns herum erheben sich die Karstfelsen. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die morgigen Bilder.


Dies ist wieder eines von Marcus Lieblingsbildern des Tages.

Ach ja, ihr werdet es vielleicht bemerkt haben, ich habe noch getraut und bin zum Frisör gegangen. In China... 😳
Das war sowohl für mich als auch für die Chinesen nichts Alltägliches, aber ich dacht mir: Zur Not wachsen die Haare ja nach.

Es ging damit los, dass ich nach oben in den ersten Stock geführt wurde, in welchem drei Liegen mit Waschbecken standen. Dort durfte ich mich dann drauf legen, mein Kopf wurde auf eine Art Gitter gelegt und mir wurden bestimmt 10-15 Minuten lang die Haare gewaschen - Kopfmassage inklusive. Wie angenehm. Anschließend ging es wieder runter und dann wurde noch mal versucht über den Schnitt zu reden. Wie gesagt, ich war guter Hoffnung. Es wurde zwar etwas kürzer als beabsichtigt, sieht aber nicht schlecht aus.